Vaters Dackel Raudi will nicht in sein Hundebett

Raudi, ein süßer kleiner Langhaardackelwelpe, ca. 4-5 Monate alt, durfte nicht mehr bei seinen Pflegeeltern in Kiel bleiben. Mit seinem für Dackel typischen Bellen wurde der Nachbar, von Beruf  Nachtwächter, bei seinem Schlaf am Tage gestört. Es kam wie es kommen musste, Raudi wurde  zum Züchter zurück gebracht. Aber nur mit dem festen Versprechen ihn nur zu besonders lieben Hundeeltern weiter zu geben.

Die Dackelzüchter waren Verwandte meiner Eltern, und sie brachten Raudi bei einem Besuch bei ihnen mit. Meine Eltern hatten ihn gleich ins Herz geschlossen und er durfte bei ihnen bleiben.

Aber ein Problem gab es nun. Raudi war es von seinen früheren Hundeeltern gewohnt im Bett zu schlafen. Das sollte nun - seiner Meinung nach - auch bei meinen Eltern so sein. Meine Eltern haben alles mögliche versucht ihm diese Unart abzugewöhnen, aber Raudi setzte seinen Kopf durch. Er ließ meine Eltern erst einschlafen und dann schlich er sich zu ihnen ins Bett.

Ich besuchte meine Eltern an jedem Wochenende. Sie erzählten mir, dass man es Raudi nicht abgewöhnen könne im Bett zu schlafen. Da hatte ich eine tolle Idee wie man dies ändern könnte. Ich fuhr in die Stadt und kaufte einen schönen Hundekorb. Wenn er diesen sehen würde, so dachte ich, wird er sich freuen und ihn gleich als sein Eigen betrachten! Und natürlich konnte ein kleiner Dackel in so einem Hundekörbchen viel besser schlafen als in einem großen Bett!

Zu Hause angekommen zeigte ich Raudi sein neues Bett und er durfte es sich gleich in ihm bequem machen. Leider zeigte Raudi nicht viel Interesse dran... Sollte der Kauf des Hundekorbes umsonst gewesen sein?

Mein Plan ging weiter! Zur Nachtzeit stellte ich einen Sessel an das Sofa auf dem ich schlief. Darauf stellte ich dann den Korb. Bevor ich mich hinlegte, musste Raudi gegen seinen Willen in den Korb, dann legte ich meine Hand auf seinen Körper und streichelte ihn. Raudi schien es zu genießen und er war zufrieden. So streichelte ich ihn dann in den Schlaf - oder eher mich... 

Als ich am Morgen aufwachte traute ich meinen Augen nicht. Das Körbchen war leer, denn Raudi hatte es sich inzwischen bei mir auf dem Sofa bequem gemacht und schlief selig neben mir.

An den Wochenenden, die ich zu Hause verbrachte, hatte Raudi es sich auch zur Gewohnheit gemacht, mich um cirka sechs Uhr früh zu wecken und aufzufordern, mit ihm nach draußen zu gehen. Und wer konnte schon einem Dackelblick widerstehen? Ich jedenfalls nicht. So stand ich dann in aller Frühe auf und musste mit ihm dann den langen Waldweg gehen und zurück durch das ganze Dorf.

Zu Hause wieder angekommen standen die anderen Familienmitglieder gerade langsam auf.  Raudi legte sich wieder schlafen - und für mich war die Nacht zu Ende.

Wir waren mit allen unseren Versuchen gescheitert und Raudi hatte sich durchgesetzt. Fortan durfte er dann eben im Bett schlafen.

(Wenn ich heute mit meiner Tochter darüber spreche hätte sie Abhilfe gewusst, denn sie hat zwei große von ihr gut erzogene Hunde. Diese haben ihren Korb und schlafen auch gerne darin.)