Die gute Butter

In der Zeit, als es noch Lebensmittelmarken gab, musste man, wenn man einen Geburtstag feiern wollte, sehr sparsam leben um seinen Gästen etwas anbieten zu können. 

Meine Mutter wollte ihren Gästen einen besonderen Kuchen backen. Durch kräftiges Sparen hatte sie die Marken zusammen bekommen um ein halbes Pfund Butter kaufen zu können, die sie für ihren Kuchen verwenden wollte.

Um die Butter länger frisch halten zu können legte sie sie in den Keller, der von mehreren Leuten genutzt wurde. (Einen Kühlschrank hatte man zu damaliger Zeit noch nicht.) Doch nach einigen Tagen bemerkte sie, dass die Butter von der Form her dünner geworden war! Sie wickelte sie aus und musste feststellen, dass jemand das Butterstück von der Unterseite bearbeitet hatte... 

Damit es nicht noch flacher wurde, nahm meine Mutter die Butter mit in die Stube, legte sie auf eine Untertasse und dann in die Röhre im Kachelofen. Hier drin war es immer noch kühler als im Lebensmittelschrank, und kein Fremder kam mehr an das gute Stück heran, um von der Unterseite etwas abzukratzen.

Als mein Vater am gleichen Tage von der Arbeit nach Hause kam, war er durchgefroren. Er wollte sich aufwärmen - und heizte den Kachelofen ordentlich an... Er konnte ja nicht wissen, dass in der Röhre die Butter lag. Er bemerkte es erst, als sie dahin schmolz und an den Kacheln heruntertropfte.

Für den geplanten Kuchen blieb dann nur noch ein kleiner Rest, der erhalten geblieben war, weil er nicht über den Rand des Tellers laufen konnte.

Trotz allem aber waren Mutters Gäste mit ihrem Kuchen sehr zufrieden.

 

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